Saturday, October 18, 2014

Home sweet home?

Als Au Pair hat man nicht nur das Vergnügen, kostenlos in einer -meist- wohlhabenden Familie zu leben, sein eigenes Zimmer, Badezimmer und mit Glück auch sein eigenes Auto zu haben, man bekommt pro Woche auch noch ein Gehalt von 200 Dollar. Ganz nach dem Motto „mi casa es su casa“ wird das Zuhause der Gastfamilie auch dein Zuhause, deren voller Kühlschrank ist dein voller Kühlschrank, du bekommst einen Haustürschlüssel, eben alles, was ausmacht, zuhause zu sein. Natürlich ergibt sich das alles nicht aus reiner Freundlichkeit, im Gegenzug hat man einen festen Stundenplan von 45 h pro Woche, in denen die Kinder die eigene Priorität sind. In den 45 Stunden, in denen man mit den Kindern alleine ist, verschmilzt man zu Mama, Papa, Arzt, Lehrer, Koch, Entertainer, Richter, Taxifahrer, Putzfrau- in einer Person. Daraus ergibt sich mir ein unglaublicher Wert an Erfahrung, das wohl Wichtigste bisher gelernte ist für mich Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung, dass die Wäsche der Jungs gemacht ist, Verantwortung, dass alle rechtzeitig zu ihren Aktivitäten erscheinen, Verantwortung, dass meine Jungs in meinen 45 Stunden pro Woche ausreichend essen. Aber auch Verantwortung für materielle Dinge zu übernehmen, wie beispielsweise meine vier Wände und mein Badezimmer sauber zu halten, gleiches gilt für die Küche, nachdem ich gekocht habe, oder auch sicherzugehen, dass alle Türen abgeschlossen sind, wenn ich die Letzte bin, die das Haus verlässt. Natürlich sind das Dinge, auf die man in seinem wirklichen Zuhause ebenfalls achten sollte, jedoch nehme ich solche Angelegenheiten hier viel mehr wahr, denn auch, wenn ich jetzt schon seit 5 Monaten hier lebe, sind das rein objektiv gesehen fremde Menschen und nicht meine Eltern und unser Haus, an welches ich gewohnt bin. 
Die letzten fünf Monate habe ich mich so sehr eingelebt, dass ich dieses Haus wirklich als mein Zuhause ansehe, zumindest mein zweites. Nicht, weil ich glücklicherweise sozusagen eine komplette Etage für mich alleine habe und immer alles sehr sauber ist, sondern weil die Menschen um mich herum mich so empfinden lassen. „Zuhause“ ist für mich, zusammen zu essen, im Schlafanzug und ungeschminkt in die Küche laufen zu können, ohne ein Versteckspiel daraus zu machen, auf dem Sofa zu sitzen und gemeinsam einen Film zu schauen, auch außerhalb der Arbeitszeit. Auch wenn ich bisher nicht wirklich Heimweh hatte, woran das Auslandsjahr vieler Au Pairs scheitert, vermisse ich natürlich mein eigenes Bett, keine Frage- allerdings nicht in dem Sinn, dass ich nachts wach liege und mich in den Schlaf weine, weil ich zurück in meine gewohnte Umgebung möchte, sondern mit einem schönen Gefühl von Sehnsucht und der Gewissheit, dass ich bald schon bei der Hälfte angekommen bin und merke, dass die Zeit vergeht. Manchmal langsamer während der Arbeitszeit, aber dafür umso schneller bei allen anderen wunderbaren Unternehmungen, die ich bisher machen konnte, und ich blicke mit Vorfreude auf die nächsten 7 Monate in die Zukunft. 



via tumblr


15 comments:

  1. Das kann ich so nachvollziehen, geht mir ja genauso. Bin ganz neidisch, wo ich Staaten gelesen habe. Das heißt, ihr feiert auch richtig groß Halloween? :) x

    Das hört sich toll an und es ist echt das Beste, wenn man es schafft sich als Au-Pair in dem Haus der Familie zu Hause zu fühlen. Vielen geht das ja leider nicht so, was ich aus meinem Bekanntenkreis erfahren habe.

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    1. Ja:-) Auf Halloween bin ich auch schon super gespannt, nachdem meine Host Family ihre Hausdeko endlich mal aufgestellt hat:-)

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  2. vielen dank für dein liebes kommentar (:
    ein wirklich schöner post (:
    liebe grüße lara:*

    http://laraloretta.blogspot.de/

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  3. einen schönen blog hast du :) du hast jetzt auch einen neuen leser
    vielleicht hast du ja auch mal lust bei mir vorbei zu schauen. ich bin noch ganz neu in der bloggerwelt und würde mich wirklich über feedback und vielleicht neue leser freuen:)
    liebe grüße, Kathrin

    sailarace.blogspot.com

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  4. oh wie spannend. Ich hatte früher auch überlegt ein Jahr als au pair zu machen - es dann aber irgendwie aus den Augen verloren.... Du hast mein Interesse auf jeden Fall geweckt und ich schaue mir deinen Altern Posts gleich mal an!
    Big Hug
    Hella von www.advance-your-style.de

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    1. Vielen Dank:-) Ich habe im März Abitur gemacht, daher war es für mich auch eine jetzt-oder-nie Frage.. Habe mich für "jetzt" entschieden:-) x

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  5. Toller Post !
    Liebste Grüße:)
    -
    http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

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  6. there are nice picuters on your blog..would you like to follow each other on gfc? please let me know on my blog or follow me and i will follow you back:)
    jolahogg.blogspot.ie

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  7. Ein schöner Post! Ich kann dich gut verstehen!
    Hab einen wundervollen Tag!
    <3
    http://theshimmeroflife.blogspot.de/

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  8. Au pair zu sein war auch lange einer meiner Wünsche..
    aber seit ich arbeite und mein Schatzi habe, hab ich diesen Wunsch leider aus den Augen verloren. :/
    Umso beneidenswerter, dass du diese tolle Erfahrung machen darfst!

    xoxo
    Selly
    von SellysSecrets

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